Die Ruhe nach dem Massaker. Ein Mädchen nach dem Völkermord in Ruanda 1994. Foto: Jan Grarup/NOOR/laif

 Foto: Jan Graroup/NOOR/laif

 

Soziologie des Krieges

 Fr., 18:00 - 19.30 Uhr

RAUM 1. G 165

MA-Veranstaltung

Im Seminar geht es um die Betrachtung von Krieg als sozialem Phänomen.

Im Seminar soll u.a. herausgearbeitet werden, in welcher Weise Krieg auf Organisation angewiesen ist, wie Kriege begründet (legitimiert) werden und welche Rolle situative und gruppendynamische Prozesse spielen.

Literatur
  • Ausschnitte aus zentralen Texten sind auf dieser Seite eingestellt und können kostenfei heruntergeladen werden..
Voraussetzungen

Grundlagen der Soziologie

Leistungsnachweis

Angaben zur aktiven Teilnahme:

Regelmäßige Teilnahme und Anfertigung eines Sitzungsprotokolls

Angaben zur Modulprüfung:

Übernahme eines Referats

Oder

Hausarbeit

Oder

Mündliche Prüfung (20 Minuten)

 

Abschnitt I 

Die völkerrechtliche Definition von Krieg

Klassisches Kriegsrecht - Krieg/Frieden - Kombattanten/Nicht-Kombattanten - Feind/Verbrecher - Partisan als irregulärer Kämpfer

Carl von Clausewitz: Vom Kriege

 

Abschnitt II

Konflikt, Konfliktdynamik, Konflikteskalation -  Krieg als differentes Phänomen 

Randall Collins (Dynamik der Gewalt, 2011): situative Gewaltentstehung

"Gewaltsituationen sind durch ein emotionales Feld aus Anspannung und Angst geprägt. Damit der Gewalt Erfolg beschieden ist, müssen diese Anspannung und Angst überwunden werden, etwa durch die Umwandlung emotionaler Anspannung in emotionale Energie. Übleicherweise gelingt dies der einen Konfrontationspartei auf Kosten der anderen." (S. 35)

"Die Barriere aus Konfrontationsanspannung und -angst muss (...) überwunden werden. Und das ist nicht leicht..." (S. 39)

"Der Vergleich verschiedener Arten militärischer Gewalt führt zu der theoretischen Einsicht, dass die Leisungsfähigkeit von Armeen sich danach unterscheidet, wie sie die Angst ihrer Soldaten organisatorisch unter Kontrolle halten." (S. 20)

"Gewaltsituationen sind voller Konfrontationsanspannung und -angst. Daher besteht Gewalt zumeist aus Drohungen und Pattsituationen, in denen eigentlich wenig passiert... Damit dem Feind bewusst Schaden zugefügt wird, müssen Konfrontationsanspannung und -angst umgangen werden..." (S. 55)

 "Wie bei jeder Form von Gewalt kommt es (...) erst dann zum Ausbruch, wenn ein Weg gefunden wird, Konfrontationsanspannung und –angst zu umgehen." (S. 216) 

Zum situationistischen Erklärungsansatz von Gewalt

Mikrosoziologie: Tötungshemmung / Wegfall der Tötungshemmung,  FAZ-Artikel (12.04.2022) von Melanie Mühl: Pschologie im Krieg."Im Krieg kann aus Jagdlust ein regelrechter Blutrausch werden" https://www.faz.net/-gsb-aot6x

Organisation und Gewalt

Extraletale Gewalt

 

Abschnitt III

Systemtheoretische Überlegungen zum Krieg - Krieg als Bedrohung der Autopoiesis der Gesellschaft (Luhmann, Soziale Systeme, 1984, Kap. 10., S. 555-560) 

 

Abschnitt IV 

"Das Leiden anderer betrachten" (Susan Sontag) 


Ikonen-Foto Vietnam-Krieg
 
© Eddie Adams/AP/NY / DPA

 

Kriegsfotografie 

Zur Differenz zwischen aufgezeichneten und gestalteten Protokollen im Krieg

 

Abschnitt V 

Reden zum Gedenken an die Opfer der Weltkriege